Der Wettbewerb im US‑Markt für Bitcoin ETFs war bislang vor allem von bekannten Namen geprägt. BlackRock und Grayscale setzten früh die Benchmark bei Kosten und Volumen. Nun positioniert sich Morgan Stanley offensiv:
In der aktualisierten S‑1‑Registrierung bei der SEC nennt die Investmentbank für ihren Morgan Stanley Bitcoin Trust mit dem Kürzel MSBT eine Verwaltungsgebühr von 0,14 Prozent.
Sollte der Bitcoin ETF genehmigt werden, wäre er damit der günstigste Spot-Bitcoin-ETF in den Vereinigten Staaten. Die Gebühr liegt einen Basispunkt unter dem Grayscale Bitcoin Mini Trust ETF und elf Basispunkte unter dem iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock.
In einem Segment, in dem alle Produkte den Spotpreis von Bitcoin (BTC) nahezu identisch abbilden, entscheidet die Kostenquote über die langfristige Nettorendite. Ein Unterschied von elf Basispunkten wirkt auf Milliardenvolumina direkt. Der US‑Markt für Spot‑Bitcoin‑ETFs umfasst derzeit laut SoSoValue rund 85 Milliarden US‑Dollar an verwaltetem Vermögen.
Bloomberg‑ETF‑Analyst James Seyffart kommentierte auf X: „Das ist ein großer Schritt hier. Sie meinen es ernst.“ Er geht davon aus, dass der Morgan Stanley Bitcoin Trust voraussichtlich Anfang April starten könnte. Die Ansage ist klar: Morgan Stanley will nicht als Mitläufer auftreten, sondern als Preisführer.
Seyffarts Berufskollege Eric Balchunas hebt auf X einen weiteren Faktor hervor. Bei einer Gebühr von 0,14 Prozent werde keiner der rund 16.000 Finanzberater von Morgan Stanley ein Problem haben, das Produkt zu empfehlen.
Diese Berater verwalten zusammen etwa 6,2 Billionen US‑Dollar an Kundengeldern. In einem Markt, in dem Zugang über Vermögensverwalter läuft, ist diese Infrastruktur ein struktureller Vorteil.
Balchunas bezeichnet die Berater als „die ultimativen Torwächter des vermögenden Babyboomer‑Kapitals“. Sollte der Bitcoin‑ETF grünes Licht erhalten, könnte die Kombination aus niedriger Gebühr und starkem Vertrieb direkten Druck auf Wettbewerber ausüben.
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Der geplante Bitcoin ETF ist Teil einer breiteren Krypto‑Strategie. Bereits in der ersten Januarwoche reichte Morgan Stanley Unterlagen für einen Bitcoin ETF sowie einen Solana ETF ein, wenig später folgte ein Antrag für einen gestakten Ethereum ETF.
Parallel wurde die Infrastruktur vorbereitet: Für die Verwahrung des Bitcoin ETFs sind Coinbase und die Bank of New York Mellon vorgesehen.
Am 18. Februar beantragte das Institut zudem eine nationale Trust‑Banking‑Lizenz, um digitale Vermögenswerte selbst zu verwahren und Transaktionen für Kunden auszuführen. Die strategische Öffnung begann allerdings früher.
Schon im Oktober hatte Morgan Stanley Bitwise-CEO Hunter Horsley zufolge eine Krypto‑Allokation von 2 bis 4 Prozent empfohlen und seinen Beratern erlaubt, entsprechende Produkte in Rentensparkonten wie IRAs und 401(k)s zu platzieren.
Bis zu 4 Prozent Krypto-Allokation: Morgan Stanley öffnet Portfolios für digitale Assets. Quelle: X/@HHorsley
Mit 0,14 Prozent setzt Morgan Stanley im Bitcoin‑ETF‑Markt einen neuen Referenzwert. In einem 83 Milliarden US‑Dollar schweren Segment, in dem Produkte strukturell vergleichbar sind, wird die Gebühr zum zentralen Differenzierungsmerkmal.
Entscheidend ist nun, wie schnell der hauseigene Vertrieb das Produkt skaliert. Gelingt das, könnte der nächste Wettbewerb im Bitcoin‑ETF‑Markt weniger über Performance, sondern über Kosten und Vertriebsmacht entschieden werden.

