Circle hat formell auf das Marktintegrationspaket der Europäischen Kommission reagiert und detaillierte Empfehlungen abgegeben, wie die EU digitale Vermögenswerte besser in ihren Kapitalmarktrahmen integrieren kann.
Das Unternehmen reichte sein Feedback am 20.03.2026 ein und behandelte vier zentrale Reformbereiche. Dazu gehören das DLT-Pilotregime, die Abwicklung von E-Geld-Token, die zentralisierte Aufsicht und Kollateralrahmenwerke.
Das Marktintegrationspaket schlägt eine Ausweitung des DLT-Pilotregimes vor, und Circle unterstützt diese Richtung. Das Unternehmen ist jedoch der Ansicht, dass die aktuellen Volumenschwellenwerte die institutionelle Beteiligung noch begrenzen.
Circle empfiehlt die Einführung adaptiver Schwellenwerte basierend auf Marktakzeptanz, Liquiditätsbedingungen und Aufsichtsbewertungen. Dieser Ansatz würde klarere Leitlinien für Marktteilnehmer bieten und gleichzeitig die Aufsicht intakt halten.
Circle betont auch die Notwendigkeit eines definierten Übergangs von der Pilotphase zur dauerhaften Gesetzgebung. Ohne diese Klarheit bleiben langfristige Infrastrukturinvestitionen schwer zu rechtfertigen.
Der Vorschlag verlangt derzeit, dass die ESMA bis 2030 über den Pilotversuch berichtet, aber die Schritte nach diesem Bericht bleiben undefiniert. Circle empfiehlt, Aktualisierungen des DLT-Pilotregimes eigenständig voranzutreiben, um Verzögerungen zu vermeiden.
Bei E-Geld-Token begrüßt Circle die Anerkennung MiCA-konformer EMTs durch die Kommission für die Bargeldabwicklung bei Wertpapiertransaktionen. Das Unternehmen warnt jedoch davor, die Abwicklung nur auf „bedeutende" EMTs zu beschränken.
Wie Circle in seinem Feedback bemerkte: „Die Beschränkung der Abwicklung über CSDs auf 'bedeutende' EMTs birgt das Risiko, auf Euro lautende EMTs auszuschließen und ein Henne-Ei-Szenario zu schaffen, das ihr Wachstum erstickt." Derzeit erfüllen keine auf Euro lautenden EMTs die Relevanzschwelle, was dies zu einem strukturellen Problem macht.
Circle empfiehlt auch, die CSD-Verordnung mit dem DLT-Pilotregime bei EMT-Bargeldkonten in Einklang zu bringen. Derzeit sind Bargeldkonten auf Kreditinstitute und CSDs beschränkt.
Das Unternehmen schlägt vor, diesen Zugang auf autorisierte Krypto-Dienstleister auszuweiten, im Einklang mit den bestehenden EBA-Leitlinien.
In Bezug auf die zentralisierte Aufsicht unterstützt Circle einen gezielten Ansatz, mahnt aber zur Vorsicht. Die Verlagerung der Aufsicht über Krypto-Dienstleister zur ESMA sollte sich auf Unternehmen konzentrieren, die ein echtes systemisches Risiko darstellen.
Wie Circle erklärte: „Nationale zuständige Behörden sind oft besser positioniert, um eine agile Aufsicht für nicht-systemische Unternehmen zu bieten." Die Wiedereröffnung des Kernaufsichtsmodells für MiCA könnte zu anhaltender regulatorischer Unsicherheit führen.
Circle weist auch darauf hin, dass EU-Unternehmen bereits der Aufsicht mehrerer Gremien unter verschiedenen Regimen unterliegen. Mehr Komplexität hinzuzufügen birgt das Risiko, die Wachstums- und Effizienzziele der EU zu verlangsamen. Ein gemessener Übergang, der sich nur auf systemische Akteure konzentriert, würde die administrative Reibung insgesamt verringern.
Bei Kollateralrahmenwerken fordert Circle gesetzliche Aktualisierungen, um EMTs offiziell als zulässige Sicherheiten anzuerkennen. Aktualisierungen der Europäischen Marktinfrastrukturverordnung würden Einführungsbarrieren reduzieren.
Circle wies darauf hin, dass „internationale Partner, einschließlich der US-CFTC und der Bank of England, die Integration tokenisierter Instrumente in ihre Sicherheiten- und Margin-Rahmenwerke untersuchen." Dies birgt das Risiko, dass die EU zurückfällt, wenn Reformen nicht umgehend vorangetrieben werden.
Circle stellt USDC und EURC als regulierte Infrastruktur für europäische Finanzdienstleistungen bereit. Das Unternehmen sieht das Marktintegrationspaket als einen entscheidenden Moment für die Entwicklung der EU-Kapitalmärkte.
In seinen Schlussbemerkungen beschrieb Circle das Paket als „einen entscheidenden Moment für die Vision der EU von einer tiefen und integrierten Kapitalmarktunion."
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