Die SEC nahm 2025 eine kryptofreundlichere Haltung ein, startete Runde Tische und signalisierte klarere Regeln. Doch der breitere Markt reagierte kaum, und der Grund ist einfach: Händler wollten eine dauerhafte Gesetzgebung des Kongresses, nicht nur wärmere Signale einer einzelnen Behörde.
Was die SEC 2025 tatsächlich klargestellt hat
SEC-Vorsitzender Paul Atkins setzte am 25.04.2025 einen neuen Ton in seinen Bemerkungen und teilte den Teilnehmern mit, dass „Marktteilnehmer, die sich mit dieser Technologie beschäftigen, klare regulatorische Spielregeln verdienen". Die Erklärung markierte eine sichtbare Abkehr vom Durchsetzungs-zuerst-Ansatz, der die Behörde in den Vorjahren definiert hatte.
Die Krypto Task Force der SEC untermauerte diese Worte mit einem Prozess und startete eine öffentliche Runde-Tisch-Serie unter dem Motto „Spring Sprint Toward Crypto Clarity". Die Sitzungen konzentrierten sich darauf, ob der bestehende Broker-Dealer- und Verwahrungsrahmen für digitale Vermögenswerte angepasst werden musste – eine Frage, die die Behörde zuvor eher Durchsetzungsmaßnahmen als offenen Diskussionen überlassen hatte.
Dies war eine echte Änderung der Haltung, keine kosmetische. Aber sie war auch begrenzt. Atkins selbst räumte ein, dass die Behörde mit dem Kongress und der Regierung an einem „rationalen, zweckdienlichen Regulierungsrahmen" arbeiten müsse, was signalisierte, dass die SEC-Richtlinien allein nicht das vollständige Bild klären konnten. Für eine Branche, die Jahre damit verbracht hatte, sich durch Regulierung-durch-Durchsetzung zu navigieren, war verbesserte Klarheit willkommen, aber es war nicht die Ziellinie.
Warum Händler immer noch den Kongress wollten, nicht nur die SEC
Behördliche Richtlinien können von der nächsten Regierung rückgängig gemacht werden. Ein Gesetz ist schwerer rückgängig zu machen. Diese Unterscheidung erklärt, warum SEC-Freundlichkeit allein keine breite Neubewertung von Krypto-Vermögenswerten auslöste, ähnlich wie geopolitische Schocks Bitcoin in den letzten Monaten entschiedener bewegt haben als politische Signale.
Die eigentliche Marktstrukturfrage lag beim Kongress. Der CLARITY Act von 2025 (H.R. 3633), eingeführt am 29.05.2025, zielte darauf ab, die Aufsicht zwischen SEC und CFTC aufzuteilen und die jurisdiktionelle Unklarheit zu beseitigen, die die Branche seit Jahren plagte. Das Gesetz wurde am 17.07.2025 mit einer Abstimmung von 294-134 vom Repräsentantenhaus verabschiedet und dann am 18.09.2025 an den Bankenausschuss des Senats überwiesen.
Branchenstimmen waren explizit über die Lücke. Tiffany Smith bezeugte, dass „eine Intervention des Kongresses notwendig ist, um einen umfassenden und klaren Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen". Bill Hughes formulierte es direkter: „Dauerhafte Klarheit über das Gesetz ist das, was wir heute brauchen." Beide Aussagen erschienen im Ausschussbericht des Repräsentantenhauses zur Unterstützung des CLARITY Act.
Die SEC-versus-CFTC-Zuständigkeitsteilung war das zentrale ungelöste Problem. Ohne Gesetzgebung, die definiert, welche Token unter welchen Regulator fallen, standen Projekte und Börsen weiterhin vor widersprüchlichen Interpretationen. Diese Unsicherheit, nicht die Feindseligkeit der SEC, war es, die institutionelles Kapital vorsichtig hielt. Die Dynamik spiegelt breiteres makroökonomisches Absicherungsverhalten wider, bei dem Händler auf strukturelle Katalysatoren warten, anstatt auf Stimmungsverschiebungen zu reagieren.
Was die Schlagzeile über Marktapathie falsch darstellt
Die Formulierung als „der Markt hat sich nicht gekümmert" übertreibt, was die Beweise unterstützen. Es war kein Ereignisstudien-Datensatz über Preisentwicklung, Handelsvolumen oder Fondsströme verfügbar, der speziell mit den SEC-Ankündigungen verknüpft war, um diese Behauptung zu beweisen oder zu widerlegen.
Was die Beweise unterstützen, ist eine präzisere Schlussfolgerung: Die SEC-Klarheit hat sich verbessert, war aber nicht ausreichend, um den Markt allein neu zu bewerten. Die AP-Berichterstattung über die Krypto-Abstimmungen des Repräsentantenhauses im Juli 2025 stellte fest, dass selbst nach der Verabschiedung das breitere Marktstrukturgesetz einen unklaren Weg im Senat hatte – eine Formulierung, die damit übereinstimmt, dass Händler den Fortschritt als inkrementell und nicht als entscheidend behandelten.
Der Markt war nicht gleichgültig. Er wartete auf den nächsten echten Auslöser. Dieser Auslöser bleibt die Senatsaktion zum CLARITY Act oder eine gleichwertige Bundesgesetzgebung, die festlegt, welche Behörde was beaufsichtigt, in einer Form, die zukünftige Regierungen übersteht. Bis das geschieht, wird die Lücke zwischen regulatorischen Signalen und gesetzlicher Gewissheit weiterhin definieren, wie Krypto-Märkte das US-Politikrisiko bewerten.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungs- und digitale Vermögensmärkte bergen erhebliche Risiken. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch, bevor Sie Entscheidungen treffen.


