Institutionelle Anleger bleiben trotz der jüngsten Marktvolatilität weitgehend positiv gegenüber digitalen Vermögenswerten eingestellt, werden aber bei der Art des Zugangs selektiver, so eine neue Umfrage von Coinbase und EY-Parthenon.
Die im Januar 2026 durchgeführte Umfrage unter 351 institutionellen Entscheidungsträgern ergab, dass 73% planen, ihre digitalen Asset-Allokationen in diesem Jahr zu erhöhen, während 74% erwarten, dass die Krypto-Preise in den nächsten 12 Monaten steigen werden. Gleichzeitig gab fast die Hälfte an, dass die jüngste Volatilität ihre Unternehmen dazu veranlasst hat, größeren Wert auf Risikomanagement, Liquidität und Positionsgröße zu legen.
Diese Mischung aus Vertrauen und Vorsicht deutet auf einen reifenden Markt hin, sagte David Duong, Leiter der institutionellen Forschung bei Coinbase.
„Die Leute sind immer noch an Krypto interessiert", sagte Duong in einem Interview. „Sie wollen strengere Risikokontrollen sehen, aber sie wollen investiert bleiben."
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Institutionen Krypto nicht mehr als kurzfristigen Handel behandeln. Stattdessen bauen viele dauerhaftere Betriebsmodelle rund um die Anlageklasse auf, mit einem stärkeren Fokus auf Governance, Compliance und betriebliche Widerstandsfähigkeit.
Ein klares Beispiel ist, wie Institutionen jetzt bevorzugt auf den Markt zugreifen. Die Umfrage ergab, dass 66% der Befragten über Spot-Krypto-Exchange-Traded Funds (ETFs) Zugang erhalten und 81% Spot-Exposure über ein registriertes Vehikel bevorzugen. Duong sagte, dass dies nicht bedeutet, dass börsengehandelte Produkte nur ein vorübergehender Schritt sind, bevor Institutionen vollständig On-Chain gehen.
„Ich denke nicht, dass es nur ein Übergangsvehikel ist", sagte er. „Es bedient ein bestimmtes Segment der Investorengemeinschaft." Dennoch fügte er hinzu, dass sich mit der Marktentwicklung mehr Institutionen möglicherweise direkten Zugang zu den zugrunde liegenden Vermögenswerten wünschen, anstatt nur über Fondshüllen.
Regulierung bleibt die größte Spannung im Markt. Unter den Befragten, die planen, ihre Bestände zu erhöhen, nannten 65% größere regulatorische Klarheit als einen Haupttreiber, dennoch nannten 66% auch regulatorische Unsicherheit als ein Hauptanliegen bei der Investition in digitale Vermögenswerte.
Dieser Widerspruch könnte wichtig werden, wenn klarere Regeln entstehen. „Regulatorische Klarheit wirkt sowohl als Treiber, aber auch als Hindernis", sagte Duong.
Jüngste Entwicklungen rund um den vorgeschlagenen Digital Asset Market CLARITY Act haben dieser Dynamik Dringlichkeit verliehen. Der Gesetzesentwurf, der darauf abzielt zu definieren, wie Krypto-Assets in den USA reguliert werden, würde die Rollen der U.S. Börsenaufsichtsbehörde SEC und CFTC klären und gleichzeitig Regeln für Stablecoins und Marktstruktur festlegen. Während die Gesetzgebung noch nicht verabschiedet wurde, haben politische Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden wachsende Unterstützung für einen klareren Rahmen signalisiert, und parallele Leitlinien von Behörden wie dem Office of the Comptroller of the Currency haben begonnen darzulegen, wie Banken mit digitalen Vermögenswerten umgehen können.
Für Institutionen ist dieser sich entwickelnde Hintergrund entscheidend: Klarere Regeln könnten eine breitere Beteiligung ermöglichen, während anhaltende Unsicherheit eine Hauptbeschränkung für in den Bereich fließendes Kapital bleibt.
Die Umfrage ergab auch wachsendes Interesse an Stablecoins und Tokenisierung, zwei Bereichen, die zunehmend als praktische Infrastruktur und nicht als spekulative Wetten angesehen werden. Sechsundachtzig Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereits Stablecoins verwenden oder daran interessiert sind, sie zu verwenden, wobei die wichtigsten Anwendungsfälle T+0-Abwicklung sowie internes Cash-Management und Geldbewegungen umfassen. Währenddessen gaben 63% an, dass sie sehr daran interessiert sind, in tokenisierte Vermögenswerte zu investieren, und mehr als 60% erwarten, dass Tokenisierung Handel, Clearing und Abwicklung innerhalb von drei bis fünf Jahren erheblich beeinflussen wird.
Die Verwahrung ist ebenfalls auf der Prioritätenliste nach oben gerückt. Der Anteil der Befragten, die regulatorische Compliance als Schlüsselfaktor bei der Auswahl eines Verwahrers nennen, stieg von 25% im Vorjahr auf 66%. Die Bedeutung von Sicherheit und Schlüsselsignierungsprotokollen sprang von 8% auf 66%.
Duong sagte, dass diese Verschiebung widerspiegelt, wie Institutionen anders über Krypto denken, während sich die Anwendungsfälle über den Handel hinaus erweitern.
„Compliance und Sicherheit sind jetzt die obersten Prioritäten", sagte er. „Kosten sind interessanterweise an das Ende der Liste gefallen."
Für Coinbase lautet die Botschaft, dass Institutionen immer noch Krypto-Exposure wollen, aber nur mit stärkeren Leitplanken. Für den breiteren Markt deutet die Umfrage darauf hin, dass die nächste Phase der Adoption möglicherweise weniger von Enthusiasmus allein abhängt und mehr davon, ob die Branche die Kontrollen liefern kann, die große Investoren jetzt erwarten.
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