Laut neuer akademischer Forschung verursachten fast neun von zehn Ausfällen von Unterwasser-Internetkabeln im vergangenen Jahrzehnt wenig bis keine Störung des Bitcoin-Netzwerks.
Die im Februar von den Forschern Wenbin Wu und Alexander Neumueller des Cambridge Centre for Alternative Finance veröffentlichte Studie verfolgte 68 bestätigte Kabelfehler-Ereignisse zwischen 2014 und 2025.
Die Daten zeigen, dass 87% dieser Vorfälle weniger als 5% der Bitcoin-Knoten offline schalteten. Die Preisauswirkungen waren im Wesentlichen nicht vorhanden – der Korrelationskoeffizient zwischen Kabelausfällen und dem Marktwert von Bitcoin lag bei -0,02, eine Zahl, die Forscher als statistisch unbedeutend beschreiben.
Die Studie ist die erste ihrer Art, die die Exposition von Bitcoin gegenüber physischer Internet-Infrastruktur über einen langen Zeitraum untersucht.
Unter Verwendung eines Kaskaden-Modells auf Länderebene, das auf Peer-to-Peer-Netzwerkdaten aufbaut, machten sich die Forscher daran, eine Frage zu beantworten, die seit Jahren in der Krypto-Community kursiert: Was würde tatsächlich mit Bitcoin passieren, wenn das Internet einen ernsthaften Schlag erleiden würde?
Ihre Antwort, zumindest für zufällige Ausfälle, lautet: nicht viel. Zwischen 72% und 92% aller Unterseekabel, die Länder weltweit verbinden, müssten ausfallen, bevor mehr als 10% der Bitcoin-Knoten dunkel werden.
Unterseekabel transportieren etwa 99% des internationalen Internetverkehrs. Um diese Ausfallschwelle zu erreichen, wäre ein katastrophaler, nahezu vollständiger Zusammenbruch der globalen Internet-Infrastruktur erforderlich. Aber das Bild ändert sich drastisch, wenn der Ausfall absichtlich ist.
Gezielte Angriffe auf bestimmte Kabel-Engpässe könnten mit weitaus weniger Unterbrechungen ernsthafte Störungen erreichen. Beamte sagten, die Forscher fanden heraus, dass die kritische Ausfallschwelle auf zwischen 5% und 20% sinkt, wenn Angriffe auf Knotenpunkte mit hohem Verkehrsaufkommen abzielen – eine Bedrohung, die das Papier als etwa eine Größenordnung stärker als zufällige Ausfälle beschreibt.
Diese Kluft zwischen zufälligem und gezieltem Risiko ist die schärfste Erkenntnis im Bericht. Sie deutet darauf hin, dass die Exposition von Bitcoin gegenüber physischer Infrastruktur nicht gleichmäßig verteilt ist.
Einige Kabel sind weitaus wichtiger als andere, und ein gut koordinierter Angriff auf die richtigen Verbindungen könnte Schäden verursachen, die Jahre zufälliger Ausfälle nicht verursacht haben.
Die geografische Vielfalt im Bitcoin-Mining, die sich nach Chinas Durchgreifen im Jahr 2021, das Betriebe in andere Länder drängte, erheblich ausweitete, hat wenig dazu beigetragen, dieses Bild zu ändern.
Berichte deuten darauf hin, dass die Infrastrukturstärke physischen Kabelrouten folgt, nicht wo Miner zufällig angesiedelt sind.
Tor fügt eine Komplexitätsebene hinzuEin Faktor, der zu Gunsten von Bitcoin wirkt, ist die weit verbreitete Nutzung von Tor, dem auf Datenschutz ausgerichteten Routing-System, das den Datenverkehr über eine Kette von Servern leitet, um den Standort eines Benutzers zu verschleiern.
Berichten zufolge sind 64% aller Bitcoin-Knoten aufgrund der Tor-Nutzung für externe Beobachter praktisch unsichtbar – ein Detail, das jeden Versuch erschwert, das Netzwerk zu kartieren und anzugreifen.
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