Standard Chartered hat etwas getan, was die meisten Banken vermeiden: Es hat eine konkrete Zahl für eine Bedrohung genannt, die das traditionelle Finanzsystem lieber abstrakt halten würde. Seine neuesteStandard Chartered hat etwas getan, was die meisten Banken vermeiden: Es hat eine konkrete Zahl für eine Bedrohung genannt, die das traditionelle Finanzsystem lieber abstrakt halten würde. Seine neueste

Stablecoins vs. US-Bankeinlagen: Die stille finanzielle Disruption

Diese Schätzung basiert nicht auf Hype. Sie beruht auf einer einfachen Beobachtung: Stablecoins verhalten sich zunehmend wie funktionale Alternativen zu Bankeinlagen, auch wenn sie rechtlich nicht als solche qualifiziert sind. Nutzer halten sie, bewegen sie sofort und erzielen in vielen Fällen Rendite durch Drittplattformen. Der Unterschied besteht darin, dass all dies außerhalb des traditionellen Bankensystems und in vielen Fällen außerhalb des regulatorischen Rahmens geschieht, der Einlagen regelt.

Für Banken ist dies wichtig, weil Einlagen nicht nur eine Verbindlichkeit in der Bilanz sind. Sie sind eine Finanzierungsmaschine. Einlagen werden in Hypotheken, Geschäftskredite und Kreditlinien umgewandelt. Wenn Geld in Stablecoins fließt, wird es nicht in lokale Kreditvergabe zurückgeführt. Es wird in den Reserven der Stablecoin-Emittenten geparkt, die überwiegend in kurzfristigen US-Staatsanleihen und bargeldähnlichen Instrumenten statt auf Bankkonten liegen. Das ist eine strukturelle Veränderung, wo Liquidität im Finanzsystem lebt.

Der Druckpunkt ist am akutesten für regionale und kommunale Banken. Große globale Institutionen können sich auf Investmentbanking, Handel und Vermögensverwaltung stützen, wenn das Einlagenwachstum nachlässt. Kleinere Banken sind viel stärker auf Nettozinsmargen angewiesen. Wenn auch nur ein bescheidener Prozentsatz der privaten und geschäftlichen Barguthaben in Stablecoins wandert, entsteht ein Finanzierungsengpass, der sich auf die Kreditverfügbarkeit in lokalen Volkswirtschaften auswirken kann.

Exposition gegenüber Stablecoin-Renditerisiken für US-Banken Quelle: Standard Chartered, Bloomberg via X

Regulatorische Asymmetrie

Was dies zu mehr als einer Nischen-Krypto-Geschichte macht, ist die Regulierung oder genauer gesagt die Lücken darin. US-Gesetzgeber haben sich auf einen Rahmen zubewegt, der Stablecoin-Emittenten formal anerkennen und beaufsichtigen würde, hochwertige Reserven und regelmäßige Offenlegungen verlangend. Aber die Regeln ziehen eine scharfe Linie zwischen Emittenten und allen anderen. Während Emittenten möglicherweise daran gehindert werden, direkt Zinsen zu zahlen, können Börsen, Verwahrer und dezentralisierte Plattformen immer noch Rendite auf Stablecoin-Guthaben anbieten. Aus Verbrauchersicht kann das Ergebnis verdächtig wie ein High-Tech-Sparkonto ohne die Beschränkungen aussehen, unter denen Banken operieren.

Diese regulatorische Asymmetrie steht im Kern der Besorgnis des Bankensektors. Banken argumentieren, dass sie aufgefordert werden, mit digitalen Dollars zu konkurrieren, die ähnliche Funktionalität, globale Reichweite und in einigen Fällen bessere Rendite bieten können, ohne die gleichen Kapitalanforderungen, Versicherungsverpflichtungen oder Compliance-Belastungen zu tragen. Krypto-Firmen kontern, dass die Einschränkung dessen, was auf Stablecoins aufgebaut werden kann, darauf hinauslaufen würde, etablierte Unternehmen auf Kosten der Innovation zu schützen.

Es gibt auch einen geopolitischen und makroökonomischen Aspekt, der oft übersehen wird. Stablecoins werden zu einem wichtigen Kanal für die Verteilung von Dollar-Liquidität außerhalb der Vereinigten Staaten. In Ländern mit instabilen Währungen oder fragilen Bankensystemen kann das Halten eines Blockchain-basierten Dollars attraktiver sein als das Halten einer lokalen Bankeinlage. Dieser Trend verstärkt die globale Rolle des US-Dollars, verlagert aber auch Finanzaktivitäten weg von regulierten Institutionen hin zu globalen, netzwerkbasierten Systemen, die sich nicht ordentlich auf nationale Aufsicht abbilden lassen.

Stablecoins werden Banken nicht ersetzen

Nichts davon bedeutet, dass Stablecoins kurz davor stehen, Banken zu ersetzen. Sie vergeben keine Kredite. Sie bewerten keine Risiken. Sie bieten keine Einlagensicherung und agieren nicht als Kreditgeber letzter Instanz. Was sie tun, ist die oberste Schicht des Bankwesens abzuschälen: die grundlegenden Funktionen der Wertaufbewahrung und Geldbewegung. Historisch waren diese Funktionen eng mit Kreditvergabe und Finanzvermittlung verbündelt. Technologie entbündelt sie nun.

Die wirkliche Frage ist nicht, ob 500 Milliarden Dollar bis 2028 Bankeinlagen verlassen werden. Es geht darum, was als Nächstes passiert, wenn diese Zahl weiter wächst. Banken können den Wandel bekämpfen, oder sie können ihn absorbieren, indem sie Blockchain-Infrastruktur integrieren, Einlagen tokenisieren und digitale Produkte anbieten, die mit der Geschwindigkeit und Flexibilität von Stablecoins übereinstimmen und gleichzeitig den Schutz des traditionellen Systems bewahren.

Dies ist keine Geschichte über einen Zusammenbruch. Es ist eine Geschichte darüber, dass Wettbewerb endlich in einem Teil des Finanzwesens ankommt, der jahrzehntelang strukturell isoliert war. Stablecoins reißen das Bankensystem nicht nieder. Sie zwingen es zur Weiterentwicklung, ob es will oder nicht.

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