Acht Jahre. So lange ist es her, dass der Kryptomarkt zuletzt eine gigantische Umwälzung erlebte. Und diese steht nun wieder vor der Tür. Zumindest, wenn wir dem Krypto-Analysten Ryan Watkins glauben dürfen. In einer umfassenden Analyse blickte der ehemalige Messari-Forscher auf die Gegenwart und Zukunft von Krypto.
Laut Watkins fand in den vergangenen Jahren eine harte aber gesunde Bereinigung auf dem Kryptomarkt statt. Projekte scheiterten, Anleger wurden wählerischer und die Spreu wurde vom Weizen getrennt.
Dennoch ist laut dem Krypto-Experten Vorsicht geboten. Während die Bitcoin- und Ethereum-Grafiken Warnsignale aussenden, sieht Watkins gerade eine goldene Chance, die viele Anleger verpassen.
Watkins verfolgt den Kryptosektor bereits seit Jahren genau. Er stellt fest, dass eine neue Phase für den Markt angebrochen ist. Die vergangenen Jahre waren seiner Meinung nach notwendig, um den Sektor stärker und reifer zu machen. Spekulatives Geld verschwand und Projekte mussten beweisen, dass sie etwas bauen, das Menschen wirklich nutzen. Die Zeit des „Marketings mit einem Token“ ist damit endgültig vorbei.
Die Rally von 2021 setzte die Erwartungen der Anleger auf Turbo. Danach kam die Realitätsprüfung: Kurse fielen zurück, Vertrauen sank und der Kryptosektor musste sich mit unklaren Regeln und manchmal zu wenig Transparenz seitens der Unternehmen auseinandersetzen.
Der Markt musste erwachsen werden und das ging nicht immer ohne Schwierigkeiten. Gleichzeitig verschwanden Kryptoprojekte ohne Wert aus dem Blickfeld, und das ist eine gute Nachricht für Anleger. Watkins teilte seine Analyse „The Twilight Zone: On the Cryptoeconomy in 2026″ auf „X“. In einem sehr umfassenden Beitrag schreibt er unter anderem:
Wer denkt, dass nur „dubiose Altcoins“ es schwer haben, hat Bitcoin in der vergangenen Woche verpasst. Bitcoin sackte in kurzer Zeit hart von rund 95.400 auf circa 88.400 Dollar ab und bewegte sich danach vor allem seitwärts.
Und dann kam das Wort, bei dem der durchschnittliche Kryptohändler kalte Schauer bekommt: Todeskreuz. Dieses Phänomen entsteht, wenn der gleitende 50-Tage-Durchschnitt (der Durchschnitt des Kurses über die letzten 50 Tage) unter den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt fällt. Einfach gesagt: Die kurze Frist schwächt schneller als die lange Frist.
Historisch gesehen löst ein solches Signal oft zusätzlichen Verkaufsdruck aus. In früheren Zyklen, wie 2014, 2018 und 2022, folgten manchmal Korrekturen von 50 bis 70 Prozent. Keine Garantie, aber ein Grund, warum einige Analysten jetzt besonders wachsam sind. Einer von ihnen ist Didi Taihuttu, der einen BTC-Kursrückgang von 50 Prozent nicht ausschließt.
Der Bitcoin-Kurs in den vergangenen sieben Tagen. Quelle: Coingecko.
Nicht jeder ist in Panik. Einige Analysten weisen gerade auf einen „rising wedge“ hin. Dies ist ein Muster, bei dem der Kurs immer weniger Spielraum bekommt. Der Boden (Unterstützung) und die Decke (Widerstand) schieben sich aufeinander zu. Danach kommt meist ein entscheidender Moment: prallt der Kurs an der Unterstützung ab und erholt er sich oder fällt er hindurch und folgt ein neuer Rückgang?
Darüber hinaus sehen einige eine Bear Flag, wie diese Handelslegende. Dies ist eine Periode fallender Kurse. Manchmal „verschnaufen“ Anleger kurz, um anschließend erneut mit einem kräftigen Schlag nach unten konfrontiert zu werden.
Und was denkt der Markt selbst? Auf der Wettplattform Kalshi erwartet etwa die Hälfte, dass Bitcoin vor April wieder die 100.000 durchbricht. Jeder schaut auf dieselbe Grafik, aber nicht jeder Anleger sieht dasselbe.
Watkins sieht bei einigen vielversprechenden Projekten eine „falsch bewertete Chance“, die seiner Meinung nach noch Jahre nachwirken kann. Laut dem ehemaligen Forscher rechnen viele Analysten viel zu vorsichtig. Sie gehen von weniger als 20 Prozent Wachstum pro Jahr aus und verpassen dabei, wie erfolgreiche Netzwerke und Apps wirklich funktionieren. Diese Projekte bauen erst ruhig auf und sobald es anschlägt, gibt es plötzlich erhebliches Wachstum.
Spekulation verschwindet seiner Meinung nach nicht vom Kryptomarkt, sondern ändert nur ihre Form. Selbst in reifen Märkten bleibt immer eine Schicht „Hype“. Der Unterschied ist, dass Nutzung und Einnahmen in den kommenden Jahren immer stärker ins Gewicht fallen werden.
Watkins nennt Bitcoin und Ethereum als Ausnahmen. Diese Kryptomünzen müssen nicht unbedingt Einnahmen generieren, wie es ein Unternehmen tut. Stattdessen fungieren sie vor allem als Basisschicht, beispielsweise als digitales Gold und digitale Infrastruktur. Laut einigen Analysten kann 2026 durchaus ein sehr gutes Jahr für Ethereum werden.
Darüber hinaus weist er auf Netzwerke wie Solana und auf Anwendungen wie DEXs (dezentrale Börsen) hin. Eine DEX ist eine Handelsplattform ohne Zwischenhändler. Dies bedeutet, dass eine Person direkt aus ihrer eigenen Wallet handelt, ohne dass eine zentrale Partei die Sache verwaltet.
Der Punkt von Watkins ist klar: Selbst wenn die Kurse kurzfristig durch Signale wie ein Todeskreuz zittern, wachsen einige Anwendungen hinter den Kulissen einfach weiter.
Het bericht Kommt ein großer Reset für Bitcoin und Ethereum? Krypto-Experte klärt auf verscheen eerst op Crypto Insiders.


