Die Bedrohung eines massiven erzwungenen Ausverkaufs bei krypto-gebundenen Aktien wurde abgewendet.
Allerdings kommt diese Atempause mit einem strukturellen Haken, der die Wirtschaftlichkeit des „Bitcoin Treasury"-Handels grundlegend verändert.
Am 06.01. gab der dominierende Benchmark-Anbieter für globale Aktien- und ETF-Märkte, MSCI Inc., bekannt, dass er „Digital Asset Treasury Companies" (DATCOs) für die Überprüfung im Februar 2026 in seinen globalen Indizes behalten wird, wodurch Unternehmen wie Strategy (ehemals MicroStrategy) vor dem Ausschluss bewahrt werden.
Es hieß:
Nach den Neuigkeiten pries Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, den Sieg des Verbleibs im Benchmark.
Allerdings hat der Indexanbieter gleichzeitig einen technischen Freeze der Aktienzahlen für diese Unternehmen eingeführt. Er erklärte:
Durch diese Entscheidung hat MSCI effektiv die Verbindung zwischen neuer Aktienemission und automatischem passivem Kauf getrennt.
Dieser Schritt bedeutete einfach, dass der „Nachteil" einer erzwungenen Liquidation beseitigt wurde, aber die „Aufwärts"-Mechanik des Indexhandels wurde demontiert
Die unmittelbare Marktreaktion, ein Anstieg von über 6% bei Strategy's Aktie, spiegelte die Erleichterung wider, dass ein katastrophales Liquiditätsereignis vom Tisch war.
Strategy's MSTR Stock Key Metrics (Quelle: Strategy)
Insbesondere JPMorgan schlug vor, dass ein vollständiger Ausschluss zwischen 3 Milliarden und 9 Milliarden US-Dollar an passivem Verkauf von MSTR hätte auslösen können.
Dieses Volumen hätte wahrscheinlich den Aktienkurs zermalmt und die Liquidation von Bitcoin-Beständen erzwungen.
Allerdings verbirgt die beseitigte Bedrohung des Ausschlusses eine neue Realität, in der der automatische Nachfragehebel für die Aktien verschwunden ist.
Historisch gesehen aktualisierte der Indexanbieter schließlich die Aktienzahl, wenn Strategy neue Aktien zur Finanzierung von Bitcoin-Akquisitionen ausgab.
Infolgedessen waren passive Fonds, die den Index verfolgen, dann mathematisch gezwungen, einen anteiligen Teil der Neuemission zu kaufen, um den Tracking Error zu minimieren. Dies schuf eine garantierte, preisunempfindliche Nachfragequelle, die dazu beitrug, die Verwässerung zu absorbieren.
Unter der neuen „Freeze"-Richtlinie ist diese Schleife unterbrochen. Selbst wenn Strategy seinen Streubesitz erheblich erweitert, um Kapital zu beschaffen, wird MSCI diese neuen Aktien für Indexberechnungszwecke effektiv ignorieren.
Die Gewichtung des Unternehmens im Index wird nicht zunehmen, und folglich werden ETFs und Index-ETF nicht gezwungen sein, die neuen Papiere zu kaufen.
Marktanalysten bemerken, dass diese Verschiebung eine Rückkehr zu den Fundamentaldaten erzwingt. Ohne den Rückhalt der Benchmark-Tracking-Nachfrage müssen sich Strategy und seine Mitstreiter nun auf aktive Manager, Hedgefonds und Privatanleger verlassen, um das neue Angebot zu absorbieren.
Um das Ausmaß dieser Verschiebung zu verstehen, modellieren Marktforscher das „verlorene Gebot", das Emittenten nun navigieren müssen.
Bull Theory, ein Krypto-Forschungsunternehmen, quantifizierte diese Liquiditätslücke in einer Mitteilung an Kunden. Das Unternehmen stellte ein hypothetisches Szenario mit einem Treasury-Unternehmen mit 200 Millionen ausstehenden Aktien auf, von denen etwa 10% typischerweise von passiven Index-Trackern gehalten werden.
Im Bull Theory-Modell würde die alte Indexmechanik schließlich vorschreiben, dass passive Fonds 2 Millionen dieser Aktien kaufen, wenn das Unternehmen 20 Millionen neue Aktien zur Kapitalbeschaffung ausgibt.
Bei einem theoretischen Preispunkt von 300 US-Dollar pro Aktie repräsentiert das 600 Millionen US-Dollar an automatischem, preisunempfindlichem Kaufdruck.
Unter MSCIs neuem Freeze, bemerkte Bull Theory, fällt das 600-Millionen-Dollar-Gebot auf null.
In Anbetracht dessen erklärte es:
Dies bedeutet, dass die erzwungene Nachfrage von Index-ETF eliminiert wurde.
Dies stellt also eine erhebliche Hürde für Strategy dar, das im gesamten Jahr 2025 mehr als 15 Milliarden US-Dollar an neuen Aktien ausgab, um aggressiv Bitcoin zu akkumulieren.
Wenn das Unternehmen versucht, diesen Umfang der Emission im Jahr 2026 zu replizieren, wird es dies in einem Markt ohne passive Unterstützung tun. Ohne dieses strukturelle Gebot steigt das Risiko einer Preiskorrektur bei Verwässerungsereignissen erheblich.
MSCIs Entscheidung, diese Unternehmen zu deckeln, anstatt sie auszuschließen oder in Ruhe zu lassen, hat auch die Wettbewerbsdynamik im Vermögensverwaltungssektor erheblich verändert.
Im vergangenen Jahr sind US-Spot-Bitcoin-ETFs als Anlageklasse gereift und haben erhebliches institutionelles Interesse erfahren. Tatsächlich veranlasste dieser Anstieg MSCIs ehemalige Muttergesellschaft, Morgan Stanley, einen eigenen Spot-Bitcoin-ETF zu beantragen.
Aus diesem Blickwinkel konkurriert Strategy mit diesen gebührenpflichtigen Bitcoin-ETFs und bietet Anlegern eine Möglichkeit, passive Bitcoin-Exposition durch eine Betriebsgesellschaftsstruktur zu erlangen. Durch das Einfrieren der Indexgewichtung von DATCOs beeinträchtigt die neue Regel ihre Fähigkeit, effizient über Aktienmärkte zu skalieren.
Wenn Strategys Fähigkeit, billiges Kapital zu beschaffen, eingeschränkt wird, können große Allokierer Kapital aus dem Unternehmenskapital in Spot-ETFs rotieren, die nicht die operativen Risiken eines Unternehmens oder die Premium-zu-NAV-Volatilität tragen.
Dieser Kapitalfluss würde direkt den Emittenten von Spot-ETFs zugutekommen, einschließlich großer Wall-Street-Banken, und effektiv die Gebühren erfassen, die zuvor in Aktienpremien reflektiert wurden.
Durch die Neutralisierung des „Schwungrad"-Effekts der Treasury-Strategie könnte der Indexanbieter versehentlich oder absichtlich das Spielfeld zugunsten traditioneller Vermögensverwaltungsprodukte geebnet haben.
Der Beitrag Strategy saved from Index expulsion, yet a hidden clause effectively kills the infinite money loop for investors erschien zuerst auf CryptoSlate.


