XRP-Reserven auf zentralisierten Börsen (CEX) sind im Jahr 2025 stark gesunken. Zu Beginn des Jahres waren es noch etwa vier Mrd. Token, im Dezember lagen sie nur noch bei etwa 1,6 bis 1,7 Mrd. Das ist der niedrigste Stand seit 2018. Viele fragen sich daher, ob es 2026 zu einem Angebotsschock kommen kann.
Allerdings warnen Analysten, dass niedrige Kontenstände auf Börsen allein nicht sofort einen Preisdruck oder eine dauerhafte Kurserholung bedeuten.
Daten von Glassnode zeigen, dass die Bestände auf Börsen vom 8. Oktober 2025 mit 3,76 Mrd. auf 1,6 Mrd. Ende Dezember gefallen sind. Das sorgt für Diskussionen über eine mögliche kurzfristige Knappheit.
Der starke Rückgang fand zur gleichen Zeit wie die geplante Freigabe von einer Mrd. XRP aus Ripples Verwahrung am 1. Januar 2026 statt.
Allerdings zeigen die Entwicklungen aus der Vergangenheit, dass sinkende Reserven auf Börsen nicht automatisch zu starken Kursanstiegen führen.
Ende 2018 waren die XRP-Reserven ähnlich niedrig, trotzdem fiel der Kurs weiter. Auch Ende 2022 brachte ein starker Reservenrückgang keine Rally, erst ab Ende 2024 stieg der Kurs wieder.
Mit anderen Worten: Eine geringere Börsenreserve mindert hauptsächlich den kurzfristigen Verkaufsdruck, schafft aber nicht automatisch neue Nachfrage.
Das Angebotsschock-Narrativ wird zudem durch unvollständige Daten in Frage gestellt. Glassnode, ein bekannter Anbieter von Krypto-Analysedaten, betrachtet rund zehn Börsen. Analyst Leonidas prüfte hingegen 30 Plattformen und fand gegen Ende 2025 etwa 14 Mrd. XRP auf Börsen. Das liegt weit über der oft genannten Zahl von 1,6 Mrd.
Dieser Unterschied zeigt, dass Daten von nur wenigen Börsen nicht ausreichen. XRP ist sehr liquide, daher können Token schnell auf und von Plattformen verschoben werden. Feste Reservestände sagen also wenig über das tatsächliche Marktverhalten aus.
Die monatliche Freigabe durch Ripple bringt zudem neue Aspekte. Am 1. Januar 2026 wurden eine Mrd. XRP freigegeben. Allerdings kamen davon nur etwa 200 bis 300 Mio. in Umlauf. Gewöhnlich werden nämlich 60 bis 80 Prozent der Token wieder für später gesperrt.
Da diese Freigabe erwartet wurde, werteten sie viele im Markt als „Nicht-Ereignis“ – mit wenig Einfluss auf den Kurs.
Einfluss auf die Nachfrage nach XRP könnten 2026 eher Faktoren wie Zuflüsse durch XRP-ETFs, die Nutzung durch Institutionen und neue Vorschriften in den USA haben. Besonders wichtig könnte dabei das CLARITY-Gesetz werden.
Auch wenn die Reserven auf 8-Jahres-Tief stehen, bleibt das Angebot insgesamt sehr beweglich. Ein möglicher Angebotsschock im Jahr 2026 ist folglich keineswegs sicher.
Der Beitrag „Supply Shock“ unter Druck: XRP-Reserven auf Börsen auf 8-Jahres-Tief erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


