Das Protokoll der Sitzung der Federal Reserve vom Dezember 2025 zeigt, dass die Beamten einem Risiko große Aufmerksamkeit schenken, das selten Schlagzeilen macht, aber die Märkte schnell erschüttern kann: ob das Finanzsystem unbemerkt an Liquiditätsmangel leiden könnte, selbst wenn sich die Zinssätze kaum bewegen.
Das am 30.12. veröffentlichte Protokoll der Sitzung des Federal Open Market Committee vom 9.–10. Dezember deutet darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weitgehend zufrieden waren. Das Protokoll vermerkt, dass Investoren bei dieser Sitzung weitgehend eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt erwarteten und weitere Senkungen im Jahr 2026 antizipierten, wobei sich die Zinserwartungen in der Zeit zwischen den Sitzungen kaum veränderten.
Doch die Diskussion ging weit über den Leitzins hinaus. Das Protokoll hebt wiederholt Anzeichen hervor, dass die kurzfristigen Finanzierungsmärkte – wo Banken und Finanzunternehmen über Nacht Geld leihen und verleihen, um tägliche Transaktionen zu erleichtern – enger wurden.
Im Zentrum dieser Sorge steht der Liquiditätsstand, bekannt als Reserven, im Bankensystem. Das Protokoll besagt, dass die Reserven auf das Niveau gefallen waren, das die Fed als „ausreichend" betrachtet. Während das beruhigend klingt, beschrieben die Beamten diese Zone als eine, in der die Bedingungen empfindlicher werden können: Kleine Nachfrageschwankungen können die Übernacht-Kreditkosten in die Höhe treiben und die Liquidität belasten.
Mehrere Warnzeichen wurden markiert. Das Protokoll nennt erhöhte und volatile Übernacht-Repo-Sätze, steigende Lücken zwischen Marktzinsen und den von der Fed verwalteten Zinssätzen sowie eine zunehmende Abhängigkeit von den ständigen Repo-Operationen der Fed.
Mehrere Teilnehmer stellten fest, dass sich einige dieser Belastungen offenbar schneller aufbauten als während des Bilanzabbaus der Fed von 2017–19, ein Vergleich, der verdeutlicht, wie schnell sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtern können.
Saisonale Faktoren verstärkten die Besorgnis. Mitarbeiterprojektionen deuteten darauf hin, dass Jahresendbelastungen, Verschiebungen Ende Januar und insbesondere ein großer Frühjahrszufluss im Zusammenhang mit Steuerzahlungen, die auf das Konto des Finanzministeriums bei der Fed fließen, die Reserven stark abschöpfen könnten. Ohne Maßnahmen, so das Protokoll, könnten die Reserven unter komfortable Niveaus fallen und damit das Risiko von Störungen auf den Übernachtmärkten erhöhen.
Um diesem Risiko zu begegnen, diskutierten die Teilnehmer die Initiierung von Käufen kurzfristiger Staatsanleihen, um im Laufe der Zeit ausreichende Reserven aufrechtzuerhalten. Das Protokoll betont, dass diese Käufe dazu dienen sollen, die Zinssatzkontrolle zu unterstützen und das reibungslose Funktionieren der Märkte zu gewährleisten, nicht aber die Ausrichtung der Geldpolitik zu ändern. In den im Protokoll zitierten Umfrageantworten wurden Käufe von insgesamt etwa 220 Milliarden Dollar im ersten Jahr erwartet.
Das Protokoll zeigt auch, dass Beamte bestrebt sind, die Wirksamkeit der ständigen Repo-Fazilität der Fed zu verbessern – eine Absicherung, die darauf ausgelegt ist, in Stressphasen Liquidität bereitzustellen. Die Teilnehmer diskutierten die Aufhebung der allgemeinen Nutzungsobergrenze des Instruments und die Klärung der Kommunikation, damit Marktteilnehmer es als normalen Bestandteil des operativen Rahmens der Fed und nicht als Signal letzter Instanz betrachten.
Die Märkte konzentrieren sich nun auf die nächste geldpolitische Entscheidung. Die Zielspanne für die Federal Funds liegt derzeit bei 3,50 % bis 3,75 %, und die nächste FOMC-Sitzung ist für den 27.–28.01.2026 angesetzt. Am 01.01. zeigte das FedWatch-Tool der CME Group, dass Händler eine Wahrscheinlichkeit von 85,1 % für eine Beibehaltung der Zinssätze durch die Fed zuwiesen, gegenüber einer Chance von 14,9 % für eine Senkung um einen Viertelpunkt auf eine Spanne von 3,25 %–3,50 %.
Quelle: https://www.coindesk.com/policy/2026/01/01/december-fomc-minutes-show-the-fed-is-worried-short-term-funding-could-seize-up


