Coinbases SocialFi-Ambitionen in seinem Base-Netzwerk stehen nach einem hochkarätigen Creator-Token-Experiment erneut auf dem Prüfstand, das die Debatte darüber entfacht hat, ob Onchain-Social-Plattformen über kurzlebigen Hype hinausgehen und dauerhafte Nutzerbindung bieten können.
Coinbases Bestreben, sein Ethereum-Layer-2-Netzwerk Base zu einem Hub für Onchain-Social-Aktivitäten zu machen, stößt auf wachsende Skepsis, da Händler und Entwickler in Frage stellen, ob virale Aufmerksamkeit realistischerweise in dauerhaftes Blockchain-Engagement umgewandelt werden kann.
Wichtigste Erkenntnisse
- Ein hochkarätiger Creator-Token-Launch auf Base konnte keine anhaltende Onchain-Aktivität generieren
- Das meiste Handelsvolumen stammte von bestehenden Spekulanten und nicht von neuen Nutzern
- Kritiker argumentieren, dass das Experiment strukturelle Schwächen in SocialFi-Modellen offenlegt
- Entwickler hinterfragen zunehmend die Anreize und Langzeitstrategie von Base
Der jüngste Brennpunkt entstand, nachdem YouTuber Nick Shirley mit dem Launch eines Creator-Tokens über Zora experimentierte, eine Plattform, die im Zentrum von Bases SocialFi-Narrativ positioniert ist. Der Token stieg kurzzeitig auf eine vollständig verwässerte Bewertung von etwa 9 Millionen Dollar, bevor er auf 3 Millionen Dollar zurückfiel, wobei die Handelsaktivität weitgehend von bestehenden Krypto-Händlern dominiert wurde und nicht von einem Zustrom neuer Nutzer. Für Kritiker verdeutlichte die Episode ein vertrautes Muster: kurzlebiger Hype, gefolgt von schnellem Verfall.
Eine der am weitesten verbreiteten Kritiken kam vom Händler und Content Creator notthreadguy, der argumentierte, dass Shirley ein Best-Case-Szenario für Creator-Tokens darstellte — und dennoch keine dauerhafte Nachfrage generieren konnte. Seiner Ansicht nach könnte das breitere Modell selbst fehlerhaft sein, wenn eine hochsichtbare Figur mit großem Publikum kein Interesse aufrechterhalten kann. Er beschrieb die Handelsaktivität rund um solche Tokens als weitgehend zirkulär, angetrieben von derselben kleinen Gruppe von Spekulanten und nicht von echter Creator-Fan-Beteiligung.
Die Gegenreaktion ist nicht isoliert entstanden. Andere Zora-verknüpfte Launches auf Base folgten ähnlichen Verläufen und verzeichneten anfangs starke Gewinne, bevor die Liquidität nachließ und die Aufmerksamkeit weiterzog. Zusammengenommen haben diese Ergebnisse Zweifel daran genährt, ob SocialFi, zumindest in seiner aktuellen Form, mehr als flüchtiges Engagement bieten kann.
Shirleys Profil hat sich in den letzten Wochen auch über Krypto-Kreise hinaus erweitert, nachdem unbestätigte Vorwürfe, die er über Kita-Betrug erhoben hatte, von hochkarätigen Persönlichkeiten wie Elon Musk und hochrangigen Mitgliedern der Trump-Administration verstärkt wurden. Die Behauptungen tauchten später in breiteren politischen Diskussionen im Zusammenhang mit einem Bundesstopp der Kinderbetreuungsförderung in Minnesota auf, was die Prüfung seines Online-Einflusses weiter verstärkte.
Große SocialFi-Zahlen, schwache Nutzerbindung
Base wird zunehmend als dezentralisierte soziale Schicht dargestellt, nach früheren Experimenten wie Friend.tech und neueren Plattformen wie Farcaster und Zora. Branchenprognosen zeichnen ein optimistisches Bild, wobei Projektionen darauf hindeuten, dass der SocialFi-Markt bis 2033 10 Milliarden Dollar überschreiten könnte, unterstützt durch ein zweistelliges jährliches Wachstum.
Doch historische Daten zeichnen eine uneinheitlichere Realität. Friend.tech, einst eine Vorzeige-SocialFi-Erfolgsgeschichte, sah Täglich aktive Benutzer auf ihrem Höhepunkt auf etwa 80.000 steigen, bevor sie wieder unter 10.000 fielen. Für Kritiker unterstreicht diese Lücke zwischen Schlagzeilen-Prognosen und tatsächlicher Nutzerbindung eine zentrale Schwäche: Aufmerksamkeit ist leicht zu gewinnen, aber schwer aufrechtzuerhalten.
Entwickler hinterfragen die Richtung von Base
Innerhalb des Base-Ökosystems wächst die Frustration. Einige Entwickler argumentieren, dass die wiederholte Förderung hochkarätiger Creator-Tokens — einschließlich interner „Team"-Tokens und Zora-Launches, die über offizielle Kanäle verstärkt wurden — ein ungleiches Spielfeld geschaffen hat.
Laut diesen Kritikern fließen Sichtbarkeit und Liquidität oft auf eine enge Reihe von Narrativen zu, wodurch unabhängige Entwickler exponiert werden, wenn der Hype nachlässt.
Ein Entwickler fasste die Sorge unverblümt zusammen: Ohne Ausrichtung auf bevorzugte Projekte beginnen die Anreize, auf Base zu bauen, zu erodieren. Die Wahrnehmung selektiver Verstärkung, so argumentieren sie, riskiert die Untergrabung der langfristigen Glaubwürdigkeit des Netzwerks unter Entwicklern.
Die Coinbase-Führung hat begonnen, auf die Kritik zu reagieren. Brian Armstrong erkannte die Debatte öffentlich an und bemerkte, dass er direkt mit notthreadguy gesprochen und konstruktives Feedback und Ideen erhalten habe. Ob diese Gespräche in strukturelle Änderungen münden, bleibt eine offene Frage.
Vorerst ist die Kontroverse um Shirleys Token zu einem breiteren Referendum über Bases SocialFi-Ambitionen geworden. Sie verdeutlicht eine zentrale Herausforderung für Onchain-Social-Experimente: flüchtige kulturelle Momente in nachhaltige wirtschaftliche Aktivität zu verwandeln — und zu beweisen, dass Creator-Tokens mehr als nur dieselben Händler anziehen können, die dem nächsten Anstieg hinterherjagen.
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Coindoo.com befürwortet oder empfiehlt keine spezifische Anlagestrategie oder Kryptowährung. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.
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Quelle: https://coindoo.com/coinbases-base-network-faces-pushback-over-socialfi-model/


